= eBooks, Bücher, Literatur und mehr

Warum das ipad ein Innovationshemmer ist

Normalerweise schau ich mir online sehr selten Videos an, v.a. wenn sie 05:02 Minuten dauern. Aber dieses hier von Zittrain ist es definitiv wert.

Die Aussage, dass das ipad eine Innovationsbremse ist, kann ich nur unterstreichen – was den Buchmarkt betrifft.

Der iBookStore ist – soweit bekannt – nur für Publisher zugelassen und somit der Persilschein für Verlage, für das große “Weiter so”.

Das Businessmodell Buch lässt sich nun jetzt scheinbar ganz einfach auf den eBook-Bereich übertragen:

Apple’s “closed world” mit DRM-Schutz und “harter Tür” für Content sichert den Verlagen einen Absatzkanal für eBooks, der scheinbar den alten Regeln des Offline-Business’ gehorcht.

Sogar Amazon hat Angst vor dem neuen Gegenspieler auf dem eBook-Markt und rudert im Pricing-Kampf mit Macmillan zurück. (Und das bevor ein einziges ipad verkauft wurde!)

Warum aber ist es überhaupt so schlecht, dass das alte Geschäftsmodell so weitergeführt wird oder werden kann?

Für die Leser bedeutet das ipad + der iBookStore:

1. ein weiterer Der wichtigste Shop, der eBooks mit striktem DRM verkauft und damit eine vollständige Abschottung der gekauften eBooks betreibt.

So werden Käufer von eBooks auch weiterhin nicht die Möglichkeit haben, eBooks auf Geräten ihrer Wahl zu lesen oder gar zu tauschen, auch wenn das das ePub-Format, in dem auch die Apple-eBooks sein werden, durchaus zulassen würde.

Der iBookStore zementiert also die leser-unfreundlichen Verhältnisse im eBook-Markt anno 2010.

2. Nutzer-unfreundliche Verhältnisse wird es auch bei den Preisen geben. Diese werden im iBookStore vom Verlag festgelegt. Zumindest zum Start wollen die Verlage ihre Preise ggü. dem 9,99 $-Kategorie-Modell von Amazon deutlich anheben, sich aller Voraussicht nach an den Preisen für das gedruckte Buch orientieren.

3.  Im iBookStore sind, wie beschrieben, nur Publisher zu finden. Das bedeutet erstmal also eine geringere Auswahl an Content und schmälert die Wahrscheinlichkeit, dass jemand aus dem Preisgefüge, dass sich die Verlage ausdenken, ausschert. (Allerdings nur solange, bis es tunecore für Autoren gibt…)

4. Im AppStore wie im iBookStore wahrscheinlich auch, bestimmt Apple, was online geht und was nicht. “Explicit” Content und “unforeseen” Content war z.B. davon bisher ausgeschlossen – was Apple also nicht passt, wird auch nicht vertrieben und wahrscheinlich auch nicht erklärt, warum das so ist.

Fazit:  Innovative Preis- und Nutzungsmodelle sucht man im iBookStore erst mal vergebens.

Was müsste also passieren? Ich schätze, der Druck durch Piraterie wird sich durch den iBookStore und das damit bedingte neue Preisgefüge bei Amazon stark erhöhen. Schon jetzt sind die meisten Piraten-eBooks Manuskripte aus den Verlagen oder eingescannte Bücher – da hilft dann auch das DRM bei Apple nichts.

Und: Lt. Umfragen sind die Leute bereit, 70% des Buchpreises für ein eBook zu zahlen, mehr nicht. Ich hoffe, sie tun das nun auch und zeigen den Verlagen, dass man Preise nicht künstlich hochhalten sollte.

Hier noch ein schöner Blogpost darüber, dass die Verlage nicht die gleichen Fehler machen wollten, wie die Musikindustrie – und es trotzdem tun.

UPDATE: Nichts ist so alt, wie die Artikel von gestern – gerade lese ich diesen wunderbaren Artikel über das Google Tablet auf lesen.net – Hoffen wir, dass es so kommt, wie es da steht.

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